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Gesetz

Die positiven Auswirkungen der Cannabis-Legalisierung – Schwarzmarktbekämpfung als gesellschaftlicher Gewinn

Millionen Menschen konsumieren in Deutschland regelmäßig Cannabis – bis zum 01. April 2024 mussten sie sich dafür auf dem Schwarzmarkt versorgen. Die Folge: Ein florierender illegaler Handel im Wert von Milliarden Euro, in dem weder Jugendschutz noch Produktqualität gewährleistet sind (Cannabis-Schwarzmarkt blüht trotz Legalisierung erstmal weiter | MDR.DE). Die bisherige Verbotsstrategie hat dieses Problem nicht gelöst – im Gegenteil gilt sie als gescheitert, da sie den Konsum nicht eindämmen konnte (Studie: Cannabislegalisierung bringt dem Staat jährlich 4,7 Milliarden Euro – rund 27.000 legale Arbeitsplätze würden entstehen). Vor diesem Hintergrund hat die Bundesregierung eine kontrollierte Legalisierung auf den Weg gebracht. Diese soll die Qualität kontrollieren, verunreinigte Substanzen vom Markt fernhalten, den Jugendschutz stärken und den Schwarzmarkt eindämmen (Pro und Contra: Was bringt eine Cannabis-Legalisierung in Deutschland? | National Geographic). In diesem Beitrag beleuchten wir, wie eine Legalisierung den illegalen Markt schwächt, die Sicherheit der Konsument*innen erhöht und der Gesellschaft insgesamt zugutekommt.

Kontrollierte Qualität und mehr Sicherheit

Ein zentraler Vorteil legalen Cannabis-Handels ist die Qualitätskontrolle. Auf dem Schwarzmarkt gibt es keine Prüfinstanzen – was dort verkauft wird, ist oft verunreinigt oder gestreckt. Eine aktuelle Untersuchung in Deutschland fand in illegal gehandeltem Cannabis erschreckende Verunreinigungen: Proben enthielten Pestizide, Schimmelsporen, Fäkalien, Viren und sogar Haarspray (Cannabis-Schwarzmarkt blüht trotz Legalisierung erstmal weiter | MDR.DE). Solche gesundheitsgefährdenden Zusätze bleiben beim Kauf unter der Hand meist unbemerkt, da keinerlei Kennzeichnungspflicht besteht.Die Legalisierung schafft demgegenüber einen regulierten Markt mit Sicherheitsstandards. Legales Cannabis wird in lizenzierten Betrieben angebaut und durchläuft Labortests, bevor es in den Verkauf geht. Verbraucher erhalten Informationen über THC-Gehalt, Sorte und Reinheit der Produkte – Überraschungen oder riskante Streckmittel werden somit vermieden. In Ländern wie den USA berichten Konsumentinnen infolgedessen schon kurz nach der Legalisierung von einer deutlich gestiegenen Produktqualität (Faktencheck: Welche Folgen hat eine Legalisierung von Cannabis?). Gleichzeitig haben Analysen gezeigt, dass bei illegalem Cannabis erheblich mehr Pestizidrückstände gefunden werden als bei regulär (z.B. medizinisch oder in Cannabisclubs) angebautem Cannabis (Faktencheck: Welche Folgen hat eine Legalisierung von Cannabis?). Das heißt: Die reguläre Kontrolle erhöht die Produktsicherheit erheblich. Bessere Qualität bedeutet geringere Gesundheitsrisiken – ein Gewinn für die Konsumentinnen und das Gesundheitswesen.

Weniger Macht für den Schwarzmarkt

Indem Cannabis aus der illegalen Ecke geholt wird, entzieht man dem Schwarzmarkt Schritt für Schritt die Grundlage. Jeder Käufer, der in Zukunft zum lizenzierten Shop statt zum Dealer geht, nimmt der organisierten Kriminalität ein Stück vom Geschäft weg. Die Erfahrungen aus anderen Ländern belegen, dass eine Legalisierung den illegalen Handel tatsächlich massiv zurückdrängen kann. In den US-Bundesstaaten, die Cannabis freigegeben haben, ist der Schwarzmarktverkauf um geschätzte 30–40 % eingebrochen (Faktencheck: Welche Folgen hat eine Legalisierung von Cannabis?). Ein ähnlicher Trend zeigt sich in Kanada: Dort sank der Anteil des illegal gehandelten Cannabis innerhalb des ersten Jahres nach Legalisierung von etwa 92 % auf 76 % (Faktencheck: Welche Folgen hat eine Legalisierung von Cannabis?). Trotz Preisnachlässen und Anpassungsversuchen der Dealer wanderten also viele Konsument*innen zum legalen Angebot ab. Dabei gilt: Je besser das legale Cannabis verfügbar ist – etwa durch genügend Ausgabestellen und angemessene Preise – desto stärker wird der Schwarzmarkt verdrängt (Faktencheck: Welche Folgen hat eine Legalisierung von Cannabis?).Diese Entwicklung bedeutet weniger Einnahmen für kriminelle Strukturen. Gelder, die zuvor in dunkle Kanäle flossen, können legal erwirtschaftet und versteuert werden. Befürworter betonen, dass so der organisierten Kriminalität ein großer Teil ihrer Geschäftsgrundlage entzogen wird (Pro und Contra: Was bringt eine Cannabis-Legalisierung in Deutschland? | National Geographic). Illegale Netzwerke rund um Anbau und Handel verlieren an Attraktivität, wenn Konsument*innen unkompliziert auf sichere, legale Quellen zugreifen können. Die Legalisierung trifft damit Drogendealer und Mafia dort, wo es weh tut – beim Profit.

Auswirkungen auf Konsumverhalten und Jugendschutz

Kritiker warnen oft, eine Freigabe von Cannabis könnte zu einem massenhaften Anstieg des Konsums führen, vor allem bei Jugendlichen. Doch wissenschaftliche Erkenntnisse sprechen dagegen: Eine Studie in Georgien – wo Cannabis 2018 entkriminalisiert wurde – zeigte, dass die Legalisierung ohne Anstieg der Konsumraten umgesetzt werden konnte (Cannabiskonsum junger Erwachsener nach Legalisierung nicht erhöht | MDR.DE). Bei jungen Erwachsenen zwischen 18 und 29 Jahren blieb der Anteil der Konsumierenden vor und nach der Reform statistisch gleich. Zudem stieg das durchschnittliche Einstiegsalter für Cannabis sogar leicht an (von 18,1 auf 19,1 Jahre) (Cannabiskonsum junger Erwachsener nach Legalisierung nicht erhöht | MDR.DE), was darauf hindeutet, dass keine „Kifferepidemie“ unter Jugendlichen losbricht. Auch eine Auswertung der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen ergab keinen einfachen Zusammenhang zwischen liberaleren Cannabis-Gesetzen und höheren Konsumraten (#Faktenfuchs: Nimmt Cannabis-Konsum nach einer Legalisierung zu? | BR24). Kurz gesagt: Eine Legalisierung muss nicht zu mehr Konsum führen – sie kann den bereits bestehenden Konsum vielmehr in geordnetere Bahnen lenken.

Wichtig ist dabei der Schutz Minderjähriger. Cannabis bleibt auch in einem legalen Rahmen für unter 18-Jährige verboten. Der Vorteil ist jedoch: Künftig können strenge Alterskontrollen den Zugang für Jugendliche erschweren. Der Dealer auf dem Schulhof fragt nicht nach dem Ausweis – lizensierte Abgabestellen schon. Bisher sind junge Menschen oft gezwungen, für den Kauf von Cannabis in Kontakt mit der illegalen Drogenszene zu treten (Pro und Contra: Was bringt eine Cannabis-Legalisierung in Deutschland? | National Geographic). Dabei laufen sie Gefahr, verunreinigte Ware oder weitaus gefährlichere Drogen angeboten zu bekommen (Pro und Contra: Was bringt eine Cannabis-Legalisierung in Deutschland? | National Geographic). Durch eine Legalisierung wird dieser gefährliche Kontakt reduziert, weil der Cannabis-Bezug in geregelte, überwachte Bahnen gelenkt wird. Gleichzeitig können präventive Maßnahmen und Aufklärung viel offener stattfinden, ohne das Tabu der Illegalität. So lässt sich beispielsweise durch Informationskampagnen an Schulen besser vor den Risiken des Cannabiskonsums warnen – ehrlich und ohne kriminalisierende Untertöne. Langfristig könnte ein entkriminalisiertes Umfeld sogar dazu beitragen, dass Jugendliche verantwortungsbewusster mit dem Thema umgehen, weil es aus der verbotenen Reizzone geholt wird.

Entlastung der Justiz und Nutzen für die Gesellschaft

Die Legalisierung von Cannabis bringt nicht nur für Konsumentinnen Vorteile, sondern entlastet auch unser Justizsystem. Jedes Jahr werden in Deutschland zehntausende Verfahren wegen Delikten rund um Cannabis geführt – vom Besitz kleiner Mengen bis hin zu Handelsdelikten. Diese binden immense Ressourcen bei Polizei und Gerichten. Durch die Entkriminalisierung kleiner Konsummengen und einen legalen Vertriebsweg können Polizei und Justiz sich wichtigeren Aufgaben widmen. Befürworter sind überzeugt, dass dies die Strafverfolgungsbehörden spürbar entlastet (Pro und Contra: Was bringt eine Cannabis-Legalisierung in Deutschland? | National Geographic). Tatsächlich ist in den Regionen mit Legalisierung die Zahl der Cannabis-bezogenen Verhaftungen drastisch gesunken (Faktencheck: Welche Folgen hat eine Legalisierung von Cannabis?). Dadurch werden Kapazitäten frei, um schwerwiegendere Straftaten zu verfolgen. Interessanterweise zeigen Studien aus den USA, dass in einigen Bundesstaaten nach der Cannabis-Freigabe die Aufklärungsrate anderer Verbrechen gestiegen ist (Faktencheck: Welche Folgen hat eine Legalisierung von Cannabis?). Das legt nahe, dass Polizistinnen durch den Wegfall der aufwendigen Cannabis-Kriminalisierung mehr Zeit und Energie hatten, z.B. Diebstähle oder Gewaltdelikte aufzuklären – ein unmittelbarer Sicherheitsgewinn für die Bevölkerung.Neben diesen sicherheitspolitischen Aspekten spielen auch wirtschaftliche und fiskalische Effekte eine große Rolle. Ein legaler Cannabismarkt schafft neue Arbeitsplätze – in der Produktion, im Vertrieb, in Labors und Fachgeschäften. Gleichzeitig fließen erhebliche Summen in die Staatskasse, anstatt in kriminelle Taschen. Laut einer Studie des Düsseldorfer Instituts für Wettbewerbsökonomie würde eine kontrollierte Legalisierung dem deutschen Staat jährlich mehr als 4,7 Milliarden Euro einbringen (Studie: Cannabislegalisierung bringt dem Staat jährlich 4,7 Milliarden Euro – rund 27.000 legale Arbeitsplätze würden entstehen) (Studie: Cannabislegalisierung bringt dem Staat jährlich 4,7 Milliarden Euro – rund 27.000 legale Arbeitsplätze würden entstehen). Diese Summe ergibt sich zum einen aus direkten Steuereinnahmen auf Cannabisprodukte, zum anderen aus Einsparungen bei Polizei und Justiz sowie zusätzlichen Einnahmen wie etwa Sozialabgaben durch neu entstehende Jobs. Allein eine Cannabis-Steuer könnte rund 1,8 Milliarden Euro pro Jahr generieren (Studie: Cannabislegalisierung bringt dem Staat jährlich 4,7 Milliarden Euro – rund 27.000 legale Arbeitsplätze würden entstehen), wie die Studie errechnet hat. Hinzu kämen hunderte Millionen an Umsatzsteuer, Einkommenssteuer und Sozialbeiträgen durch die legale Cannabis-Wirtschaft (Studie: Cannabislegalisierung bringt dem Staat jährlich 4,7 Milliarden Euro – rund 27.000 legale Arbeitsplätze würden entstehen). Auf der Ausgabenseite würden Polizei und Gerichte deutlich entlastet – geschätzte 1,3 Milliarden Euro an Kosten könnten jährlich eingespart werden, weil Ressourcen nicht mehr für die Verfolgung von Cannabiskonsumenten vergeudet werden (Studie: Cannabislegalisierung bringt dem Staat jährlich 4,7 Milliarden Euro – rund 27.000 legale Arbeitsplätze würden entstehen). Diese Gelder und Kapazitäten stünden stattdessen für sinnvolle Zwecke zur Verfügung: z.B. für Präventionsprogramme, Suchtberatung, Bildung oder andere dringende gesellschaftliche Aufgaben. Unterm Strich bedeutet das: Eine Cannabis-Legalisierung hat das Potenzial, die öffentlichen Kassen zu füllen und zugleich unnötige Kosten zu senken – ein doppelter Vorteil für die Gesellschaft.

Fazit

Die Legalisierung von Cannabis bietet eine einzigartige Chance, jahrzehntelange Probleme in konstruktive Lösungen zu verwandeln. Indem der Staat den Cannabismarkt reguliert, trocknet er den Schwarzmarkt aus, statt ihn weiter kriminellen Banden zu überlassen. Konsument*innen profitieren von besserer Qualität und mehr Sicherheit, weil jedes Gramm Cannabis kontrolliert und sauber ist. Jugendliche werden besser geschützt, weil klare Regeln gelten und der gefährliche Kontakt zur illegalen Szene verringert wird. Gleichzeitig werden Polizei und Justiz entlastet – sie können sich auf echte Kriminalität konzentrieren, anstatt harmlose Kiffer zu verfolgen. Steuereinnahmen in Milliardenhöhe stärken den Staatshaushalt und können in Prävention, Gesundheit und Bildung investiert werden.Kurzum: Eine verantwortungsvoll umgesetzte Cannabis-Legalisierung bringt zahlreiche positive Auswirkungen für die Gesellschaft. Sie entzieht Kriminellen den Nährboden und ersetzt den ungeregelten Wildwuchs durch transparente Regeln zum Wohle aller. Nach Jahrzehnten des erfolglosen Verbots ist es an der Zeit, einen neuen Weg zu gehen – einen Weg, der Eigenverantwortung, Gesundheitsschutz und Vernunft in den Vordergrund stellt. Die Erfahrungen und Studien aus aller Welt zeigen, dass dieser Weg machbar ist und viele Vorteile mit sich bringt.
Cannabis aus der Schmuddelecke holen heißt, den Schwarzmarkt effektiv zu bekämpfen und unsere Gesellschaft ein Stück sicherer, gesünder und gerechter zu machen. Es ist eine Veränderung, von der wir alle profitieren können – höchste Zeit also, sie mutig umzusetzen.